Theodor Fontane / Bilder

Fontane
Im August und September 1885 erfolgte der Vorabdruck des Kriminalromans Unterm Birnbaum in der Zeitschrift Die Gartenlaube, einer der führenden ‘Familienzeitschriften’ des neunzehnten Jahrhunderts, die es bis hin zu einer Auflage von 380.000 Exemplaren (1875) brachte. Die von Ernst Keil gegründete Gartenlaube ist zum Inbegriff jener Publikationsorgane geworden, die durch vollständige Ausklammerung politischer Themen gekennzeichnet waren und ‘reine Unterhaltung’ für den Privatbereich bieten wollten. In ihnen spiegelt sich die geistige Haltung des Bildungsbürgertums der Gründerzeit ungebrochen wider.
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»Auch’n Kuss unterm Mistel-Zweig«.
Widmungsblatt Adolph von Menzels für Fontane zu seinem siebzigsten Geburtstag.

Was den eigenen ‘Musenkuß’ anbelangte, äußerte sich Fontane selbst eher skeptisch:
»Ich bin gewiß eine dichterische Natur, mehr als tausend andere, die sich selber anbeten, aber ich bin keine große und keine reiche Dichternatur. Es drippelt nur so.«

Fontane an seine Frau, 8. Januar 1857

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Elisabeth von Ardenne, das historische Vorbild der Titelfigur des Romans Effie Bries.

»Dies Natürliche hat es mir seit langem angetan, ich lege nur darauf Gewicht, fühle mich nur dadurch angezogen, und dies ist wohl der Grund, warum meine Frauengestalten alle einen Knacks weghaben. Gerade dadurch sind sie mir lieb, ich verliebe mich in sie, nicht um ihrer Tugenden willen, sondern um ihrer Menschlichkeiten, d.h. um ihrer Schwächen und Sünden willen. Sehr viel gilt mir auch die Ehrlichkeit, der man bei den Magdalenen mehr begegnet als bei den Genoveven. Dies alles, um Cécile und Effi ein wenig zu erklären.«

Fontane an Colmar Grünhagen, 10. Oktober 1895