Max Frisch / Biographie

Max Frisch wird am 15. Mai 1911 in Zürich geboren. Er entstammt einer Familie von Einwandererkindern kleinbürgerlicher Herkunft, deren Eltern - Frischs Großeltern - aus wirtschaftlicher Not aus Österreich bzw. Württemberg in die Schweiz gekommen waren. Sein Vater, der sich autodidaktisch zum Architekten ausgebildet hat, muss sich während des Ersten Weltkriegs als kleiner Makler durchschlagen, sodass das Familienleben durch finanzielle Nöte belastet ist. Während Frisch sein Verhältnis zur Mutter als große Nähe empfindet, bezeichnet er seine Beziehung zum Vater als Gefühlslücke. Die Beschäftigung mit Literatur und Kunst wird zunächst durch die große Leidenschaft Fußball verdrängt: der kleine Max will als Erwachsener unbedingt Fußballtorwart werden. Erst mit seinem Eintritt ins Realgymnasium 1924 und mit seiner Freundschaft zu Werner Coninx, einem Sprößling aus einer großbürgerlichen, vermögenden Familie, ändern sich seine Interessen. Er bekommt erste Einblicke in die Welt der Philosophie, in Kunst, Musik und Literatur. Der Schüler schreibt erste Bühnenstücke, die jedoch nicht erhalten sind.

Nach dem Abitur absolviert Frisch eine Rekrutenausbildung in Thun, lehnt die ihm angebotene Offizierslaufbahn jedoch ab. Aus dem Wunsch heraus Schriftsteller zu werden, entscheidet er sich für ein Studium der Germanistik. Obwohl sich dieses schnell als Verlegenheitslösung entpuppt, geben ihm Professoren und Dozenten wie Robert Faesi oder Walter Muschg wichtige Anregungen für seinen weiteren Weg. In den 1930er Jahren vertritt Max Frisch eine eher unpolitische Haltung: Die Literatur und das Literarische bleiben für ihn von der Politik abgehoben. Stattdessen stellt er den Menschen und seine psychische Verfassung, seine Probleme und Eigenarten in den Vordergrund seines Interesses. Als 1932 der Vater unerwartet stirbt, lastet ein enormer Schuldenberg auf der Familie. Aus der finanziellen Notlage heraus bricht der 21-Jährige sein Germanistikstudium ab und bemüht sich darum, als Journalist Fuß zu fassen. Aufbauend auf seine freie Mitarbeit bei der Neuen Züricher Zeitung veröffentlicht er in verschiedenen deutschsprachigen Feuilletons. Es entstehen kleinere Skizzen, Landschaftsbeschreibungen, Buchbesprechungen, aber auch kurze, stark autobiografisch geprägte Erzählungen.