Max Frisch / Biographie

1933 bricht Frisch zu einer ersten größeren Auslandsreise auf, die in u. a. auf den Balkan und nach Griechenland führte. Dieser Reise sollten in den späteren Jahren zahlreiche weitere folgen, denn Frisch diente das Reisen stets als Erweiterung seines Horizonts. So prägen seine Reiseerlebnisse auch seinen ersten Roman. Im Mittelpunkt des 1934 unter dem Titel Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschienenen Werks steht ein junger Schweizer Journalist, der auf Reisen geht. 1936 entscheidet sich Frisch gegen eine dichterische Laufbahn und beginnt mithilfe eines Mäzens ein Architekturstudium, das er 1941 beendet. Im Zuge dieser Wende in seinem Leben verbrennt er nahezu alle bisher verfassten Werke, sodass heute kaum noch etwas aus dieser Zeit überliefert ist. Ganz gibt der Architekturstudent das Schreiben jedoch nicht auf: Während des Krieges entstehen nämlich die Blätter aus dem Brotsack, die sich vorwiegend als Reflexionen über das Soldatenleben präsentieren.

1942 eröffnet Frisch in Zürich ein eigenes Architekturbüro und heiratet Gertrude Anna Constance von Meyenburg. Seine aus einer namhaften großbürgerlichen Familie stammende Ehefrau ermöglicht ihm einen sozialen Karrieresprung. Überhaupt stellt Frisch später diese Phase seines Lebens als bewusste Entscheidung für ein bürgerliches Leben dar, dass es ihm ermöglicht, endlich dazuzugehören. 1943, 1944 und 1949 werden die drei gemeinsamen Kinder geboren. Die Diskrepanz zwischen bürgerlicher und künstlerischer Existenz bleibt jedoch für den Schriftsteller zeitlebens ein prägendes Thema. Bereits 1944 greift er in seinem Roman J’adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen diesen Zwiespalt auf. Und auch er selbst beginnt bald mit seinem Leben als Architekt, Ehemann und Familienvater zu hadern. Er nähert sich immer mehr der Künstlerrolle an und nutzt jede freie Minute, um zu schreiben. 1944 wird Santa Cruz veröffentlicht, ein Drama, das ein ausweglos unglückliches Eheleben in den Mittelpunkt stellt. Etwa zur gleichen Zeit erscheint die erste längere Ich-Erzählung Bin oder Die Reise nach Peking. Frischs Kriegsdrama Nun singen sie wieder wird als erstes seiner Theaterstücke 1945 in Zürich uraufgeführt und ist kurz darauf auch in München und Hamburg auf der Bühne zu sehen.