Max Frisch / Biographie

Als Dramatiker bis dahin im Vergleich zu seinen Romanen weniger erfolgreich, schafft Frisch mit seiner Parabel Biedermann und die Brandstifter 1958 den Sprung auf die internationalen Bühnen. Auch Andorra, die 1961 uraufgeführte Parabel um Diskriminierung und ihre Folgen, findet große Beachtung. Allerdings werden beide Stücke in Frischs Augen von Kritik und Publikum missinterpretiert bzw. zur Untermauerung von bestimmten Positionen instrumentalisiert, weshalb sich der Autor von der Form der Parabel abwendet. Als das Dokumentartheater Ende der 1960er Jahre immer weiter an Boden gewinnt, zieht sich Frisch von der Bühne zurück. 1968 heiratet er die 28 Jahre jüngere Marianne Oellers, die Ehe hält elf Jahre. Ab 1972 lebt Frisch vorwiegend in Berlin, wo er u. a. Kontakt pflegt mit Christa und Gerhart Wolf, Jurek Becker und Günther Kunert sowie mit seinen bewährten Freunden Günter Grass und Uwe Johnson.

1975 erscheint Montauk, Frischs autobiografischstes Werk. Seine späten Arbeiten Triptychon, Der Mensch erscheint im Holozän und Blaubart konzentrieren sich auf existentielle Fragestellungen um Alter und Tod und zeigen eine eher resignative und pessimistische Grundstimmung. 1983 kehrt Max Frisch endgültig in die Schweiz zurück. Hier stirbt er am 4. April 1991 kurz vor seinem 80. Geburtstag an einem Krebsleiden.