Leben und literarisches Werk von Gotthold Ephraim Lessing

Autor des Monats im Februar 2010

Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)

229. Todestag am 15. Februar

Zwischen den Lessing-Jahren 2009 (280. Geburtstag) und 2011 (230. Todestag) wollen wir die Verschnaufpause nutzen, einmal in aller Ruhe einen kurzen Blick auf den Aufklärer und Wegbereiter des deutschen Theaters zu werfen.

Der Wolfenbütteler Bibliothekar (das dortige Lessing-Haus ist immer eine Reise wert!) hat sicher selbst nicht geahnt, welche nachhaltige Wirkung er auf die deutsche Literatur- und Theatergeschichte haben würde. Dabei ist sein primäres Verdienst, das allem anderen zugrunde liegt, sein Vordenkertum in Bezug auf das zu seiner Zeit noch stark marginalisierte Bürgertum. Lessings unbedingter Freiheitsanspruch zieht sich denn auch als unübersehbarer roter Faden durch seine sämtlichen Schriften. Dass damit auch ein ganz klares Toleranzkonzept verbunden ist, das gleichzeitig das Bewusstsein des eigenen Seins und Wesens beinhaltet, diskutieren Schüler und Studenten seit vielen Generation anhand der ‚Ringparabel’ aus Nathan der Weise – ein Stück übrigens, das von den deutschen Theaterbühnen ebenso wenig wegzudenken ist wie einige andere Dramen Lessings, die seit ihrer Entstehung ihren festen Platz im deutschsprachigen Bühnenrepertoire haben.

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Autor des Monats im Januar 2009

Dem Aufklärungsdichter gebührt nicht nur das Verdienst, die deutsche Dichtung von den bis dahin maßgeblichen französischen Vorbildern zu lösen, sondern auch jenes, sie mit Miss Sara Sampson um das Genre des bürgerlichen Trauerspiels bereichert zu haben. Lessings Drama Nathan der Weise (1779) ist heute, 230 Jahre nach seiner Entstehung und in einer globalisierten Welt unversöhnter Denkmodelle, aktueller denn je.


Zitate von und über Leben und literarisches Werk von Gotthold Ephraim Lessing:

Der Nathan, diese reifste Frucht eines erleuchteten Geistes, der wie keiner, weder vor ihm noch nach ihm, wußte, worauf es ankommt ... Wir wiederholen, auch der Nathan ist auf dem Boden des Realismus gewachsen.

Theodor Fontane

Über den 'Nathan': Möge das darin angesprochene göttliche Duldungs- und Schonungsgefühl der Nation heilig und wert bleiben.

Johann Wolfgang Goethe

Er war ein ganzer Mann, der, wenn er mit seiner Polemik das Alte zerstörend bekämpfte, auch zu gleicher Zeit selber etwas Neues und Besseres schuf.

Heinrich Heine

Lessing hat die gewaltige, unruhige, ewig spielende, in schwellenden Muskeln überall sichtbare Kraft eines jugendlichen Tigers.

Friedrich Nietzsche

Es ist doch gar keine Frage, daß Lessing unter allen Deutschen seinerzeit über das, was die Kunst betrifft, am klarsten gewesen, am schärfsten und zugleich am liberalsten darüber gedacht und das Wesentliche, worauf es ankommt, am unverrücktesten ins Auge gefaßt hat.

Friedrich Schiller

ach dem Theaterbesuch: Nun so vergebs ihm Gott, daß er dem Major und dem armen Fräulein so viel Unruhe gemacht hat. Ich will gewiß den Hut nicht vor ihm abnehmen, wenn er mir begegnet. Aber zehn Taler wollte ich darum geben, wenn ich noch einmal eine solche Geschichte mit ansehen könnte.

Matthias Claudius

Alles Halbe war ihm in den Tod verhaßt.

Joseph von Eichendorff

Lessing hatte ein Auge zugleich für die zeugende Sonne und für den letzten Halm, den sie ins Leben ruft.

Friedrich Hebbel

... ich kann nicht umhin zu bemerken, daß er in der ganzen Literaturgeschichte derjenige Schriftsteller ist, den ich am meisten liebe.

Heinrich Heine

.. er beherrschte den Stoff, statt sich von ihm beherrschen zu lassen. Seine Bedeutung für die Nation liegt in seinem Widerspruch zu ihr. Innerhalb eines Volkes, dessen größte Gefahr der gemachte Charakter ist, war er ein echter Charakter.

Hugo von Hofmannsthal

Welches Nachdenken, welche Vertrautheit mit der Seele zu Zeiten Diderots und Friedrich des Großen! Selbst die Minna von Barnhelm, durch und durch auf französischer Gesellschaftssprache aufgebaut, ist jetzt zu fein. Wir sind rohe Naturalisten.

Friedrich Nietzsche

Lessing war der Pflug der deutschen Literatur, aber den Pflug kann man nicht essen.

Friedrich Hebbel

Ich muß alles durch Druckwerk und Röhren aus mir herauspressen.

Gotthold Ephraim Lessing


Zitate von und über Leben und literarisches Werk von Gotthold Ephraim Lessing:

Welches Nachdenken, welche Vertrautheit mit der Seele zu Zeiten Diderots und Friedrich des Großen! Selbst die Minna von Barnhelm, durch und durch auf französischer Gesellschaftssprache aufgebaut, ist jetzt zu fein. Wir sind rohe Naturalisten.

Friedrich Nietzsche