Leben und literarisches Werk von Eduard Mörike

Autor des Monats im September 2009

Der auf den ersten Blick etwas biedermeierlich anmutende und oft kränkelnde Mörike, im bürgerlichen Leben evangelischer Pfarrer und zeit seines Lebens im Unreinen mit diesem Beruf, ist auf den zweiten Blick ungewöhnlich modern und fast revolutionär in seinen Schriften. So spiegelt sein „Maler Nolten“ sowohl in Aufbau als auch in Bezug auf Inhalt und Figuren seine eigenen Verstrickungen wieder, denen er zeitlebens zu entgehen suchte.

Außerhalb des Pfarrhauses tritt uns ein anderer Mörike entgegen – neben dem Naturliebhaber, der sich intensiv mit den Eigenheiten seiner schwäbischen Heimat beschäftigt, erscheint auch der Übersetzer klassischer Gedichte, der exzellente Lyriker und der Schöpfer solch unsterblicher Figuren wie dem Stuttgarter Hutzelmännlein oder der in diesem Werk eingebettenen Schönen Lau, die die Faszination des Blaubeurer Blautopfes bis heute lebendig erhält. Es lohnt also, sich beim nächsten Besuch der schwäbischen Gefilde auch auf Mörikes zahlreiche Spuren zu begeben.


Zitate von und über Leben und literarisches Werk von Eduard Mörike:

Man sagt mir, er besinge nicht nur Maikäfer, sondern sogar Lerchen und Wachteln, was gewiß sehr löblich ist.

Heinrich Heine

Sie sind ein poetischer Millionär, dem keine Münze fehlt, außer kupferne. Ich wäre in Verlegenheit, eine genießbare Recension Ihrer Werke zu schreiben.

Hermann Kurz

Gegen die lyrische Poesie bei den Deutschen. Da lese ich, daß gar Mörike der größte deutsche Lyriker sein soll! Ist es nicht ein Verbrechen, dumm zu sein, wenn man hier also Goethe NICHT als den größten empfindet oder empfinden will?

Friedrich Nietzsche

Wer würdigte nicht den großen Dichter, den wundervollen Lyriker, wenn er auch im Leben dem kleinsten Grunde des Anstoßes gern meilenweit aus dem Weg ging und zuletzt sogar ... zwei Stunden Literaturgeschichte in einer Mädchenschule ... als zu beschwerlich aufgab.

Theodor Storm

Manchmal fühl ich bei Mörike etwas, das mir noch kein Freund gab - etwas unaussprechlich Heimisch-Kindlich-Gemütliches.

Wilhelm Waiblinger

Wenn sein Tod nicht seine Werke unter die Leute bringt, ist ihnen nicht zu helfen, nämlich den Leuten.

Gottfried Keller

... vielleicht der feinste Lyriker der Gegenwart ... Seine Lieder, die mit den einfachsten Mitteln den reinsten und persönlichsten Ausdruck der Stimmung geben und die großen und kleinen Vorgänge des innern Lebens mit dem reizendsten und dichterischen Zauber umkleiden, stehen zum Theil unmittelbar neben den Göthischen ...

Justinus Kerner

Über seinen »Mozart auf der Reise nach Prag«: ... und versichern darf ich hier, nie etwas mit mehr Liebe und Sorgfalt gemacht zu haben.

Eduard Mörike

Ihm verdanken wir es, daß man keinem von uns jemals wird Rhetorik für Dichtung verkaufen können; daß wir allem Tendenzmäßigen in der Poesie den Rücken kehren; daß wir Gestalten verlangen, nicht über Begriffsgerippe künstlich hergezogen, sondern so wie sie leiben und leben mit Einem Blick vom Dichter erschaut und ins Dasein gerufen.

David Friedrich Strauß

Ein motivierter Tadel ... hat mehr Wert für mich, als ein allgemein gesagtes Lob.

Eduard Mörike


Zitate von und über Leben und literarisches Werk von Eduard Mörike:

Wer würdigte nicht den großen Dichter, den wundervollen Lyriker, wenn er auch im Leben dem kleinsten Grunde des Anstoßes gern meilenweit aus dem Weg ging und zuletzt sogar ... zwei Stunden Literaturgeschichte in einer Mädchenschule ... als zu beschwerlich aufgab.

Theodor Storm