Biographie und literarisches Werk von Friedrich Schiller

Autor des Monats im November 2009

Das literarische Jahr 2009 steht ganz im Zeichen des 250. Geburtstages von Friedrich Schiller, dem neben Goethe wichtigsten Vertreter der klassischen deutschen Literatur, der bis heute weitaus mehr im täglichen Leben präsent ist, als es sich die meisten vorstellen können. Auch wer seine Werke nicht oder nur wenig kennt, auch wer sich nicht mit den zahlreichen Neuerscheinungen des Schillerjahres beschäftigt, ist von Schiller-Zitaten umgeben, die aus unserem heutigen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken sind.

So entstammen Schillers Wilhelm Tell beispielsweise die Redewendungen ‚Früh übt sich, was ein Meister werden will’, ‚Die Axt im Haus erspart den Zimmermann’ oder ‚Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt’. Dem ohnehin weithin bekannten Gedicht ‚An die Freude’ verdanken wir unter anderem die Wendungen ‚Seid umschlungen, Millionen’ und ‚Die Bretter, die die Welt bedeuten’ und das heute elliptisch gebrauchte Zitat ‚Langer Rede kurzer Sinn’ hat seinen Ursprung im Beginn des zweiten Teils der Wallenstein-Trilogie (Die Piccolomini), wo es heißt:‚Was ist der langen Rede kurzer Sinn?’

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen, doch mögen die wenigen Beispiele genügen, einmal mehr auf Modernität und Präsens der klassischen Literatur aufmerksam zu machen und vielleicht den einen oder die andere anzuregen, alte Meister neu zu entdecken.


Zitate von und über Biographie und literarisches Werk von Friedrich Schiller:

Er begann mit jenem Haß gegen die Vergangenheit, welchen wir in den Räubern sehen, wo er einem kleinen Titanen gleicht, der aus der Schule entlaufen ist, und Schnaps getrunken hat und dem Jupiter die Fenster einwirft ...

Heinrich Heine

Er konnte gar nichts machen, was nicht immer bei weitem größer herauskam als das Beste dieser neuern Tragiker; ja, wenn Schiller sich die Nägel beschnitt, war er größer als diese Herren.

Johann Wolfgang Goethe

Die Jungfrau von Orleans ist Schillers höchste bewußte Konzeption, wie Die Räuber seine höchste unbewußte.

Friedrich Hebbel

Doch hinter ihm, im wesenlosen Scheine Lag, was uns alle bändigt, das Gemeine. (Ich kann, ich kann den Menschen nicht vergessen.)

Johann Wolfgang Goethe

Schiller sprach nicht eigentlich schön. Aber sein Geist strebte immer in Schärfe und Bestimmtheit einem neuen geistigen Gewinne zu, er beherrschte dies Streben und schwebte in vollkommener Freiheit über seinem Gegenstande.

Wilhelm von Humboldt

... bei Strafe der Kassation schreibt Er keine Komödien mehr.

Herzog Karl Eugen

Schiller behauptete, der Mensch müsse können, was er wolle, und nach dieser Manier verfuhr er.

Johann Wolfgang Goethe

Über ein Gedicht von Schiller Das Lied von der Glocke, sind wir gestern mittag fast von den Stühlen gefallen vor Lachen.

Karoline Schlegel

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Friedrich Schiller

Sein Blick warf mich nieder in den Staub und richtete mich wieder auf ... Ihm zu gefallen, ihm zu dienen, nur ein kleines Interesse für mich bei ihm zu erregen, war mein Dichten und Sinnen bei Tage und der letzte Gedanke, mit dem mein Bewußtsein abends erlosch.

Novalis

Nach der Uraufführung der »Räuber«: ... und ich glaube, wenn Teutschland einst einen dramatischen Dichter in mir findet, so muß ich die Epoche von der vorigen Woche zählen.

Friedrich Schiller

Kabale und Liebe: In Wahrheit wieder einmal ein Produkt, was unsern Zeiten - Schande macht! Mit welcher Stirn kann ein Mensch doch solchen Unsinn schreiben und drucken lassen.

Karl Phillipp Moritz

Über die 'Räuber': Wir wollen ein Buch machen, das aber durch den Schinder absolut verbrannt werden muß.

Friedrich Schiller


Zitate von und über Biographie und literarisches Werk von Friedrich Schiller:

Er begann mit jenem Haß gegen die Vergangenheit, welchen wir in den Räubern sehen, wo er einem kleinen Titanen gleicht, der aus der Schule entlaufen ist, und Schnaps getrunken hat und dem Jupiter die Fenster einwirft ...

Heinrich Heine