Definition der Art des Problems des Dämonismus in den

Definition der Art des Problems des Dämonismus in den Werken von Johann Wolfgang Goethe und Hussein Javid.

Von Hikmet Mehdi, Dozent, Aserbaidschan

Die Entstehung von Mustern des Dämonismus reicht in der Literatur Aserbaidschans bis in sehr alte Zeiten zurück. Sechs Jahrhunderte vor Christus, wo wahrscheinlich auf dem heutigen Territorium von Aserbaidschan das berühmten Werk von Zarathustra mit dem Namen ‚Avesta‘ erschien, indem durch den Konflikt zwischen dem Gott und dem
Dämon die Kämpfe zwischen dem guten Gott ‚Ahura Mazda‘ und dem bösen Gott ‚Anqra Mayan‘ ins Gleichgewicht gebracht wurden, erinnert an ein Weltbild das
auf einer darauf folgende Reihe von Siegen und Niederlagen beruht.

So kann man in der Literatur und der Kunst auf die überhaupt nicht kuriosen verschiedenen Formen des Dämonismus in der Literatur Aserbaidschans im Mittelalter stoßen. Bei berühmten aserbaidschanischen Dichtern wie Nizami Gencevi (1141-1209) und Muhammad Fuzuli (1494-1556), wurde durch die Folklore und in den gemeinsamen türkischen Legenden, den Arten von Dämonen in unterschiedlicher Weise Platz eingeräumt.

Insofern fand der wichtigste Dichter und Dramaturg Aserbaidschans Hussein Javid (1882 – 1941) in der Originaleigenschaft des Iblis (Teufel), dem Dämon des Morgenlandes, in dem Schauspiel der „Teufel“ welches er im Jahre 1918 schrieb, seinen eigenen philosophischen und wahren Charakter.

In dieser Studie werden wir versuchen die ästhetischen Vorstellungsmethoden des gleichen Phänomens im Vergleich mit den ästhetischen Vorstellungsmethoden des Mephistopheles, dem dämonischen Helden in dem Werk ‚Faust‘ des großen deutschen Dichters und Philosophen Goethe, an welchem er seit seinem 25. Lebensjahr bis zu seinem
Lebensende volle 57 Jahre gearbeitet hatte, zu untersuchen.

Zunächst muss ich hervorheben, dass in beiden Werken die Vorstellung des dämonischen Phänomens, seiner Darbietung und dem zur Diskussion gestellten ästhetischen Zweck, sich von anderen Werken sehr unterscheiden. Die in beiden genannten Werken zur Diskussion gestellten dämonischen Charaktere weisen nicht nur negative Eigenschaften auf. Trotz ihrer negativen Seiten sind sie Helden, die den Platz in ihren Rollen in den Werken komplett ausfüllen.

Die dämonischen Helden die in beiden Werken auftreten, ziehen durch das Tragen des symbolischen Wertes die Aufmerksamkeit auf sich.

Der russische Dichter und Philosoph V. I. Iwanow (1866 – 1949) der die Kreativität Goethes unter diesem Aspekt untersuchte, schrieb folgendes in seiner Expertise mit dem Namen
‚Goethe zwischen zwei Werken‘: „Nach langen Diskussionen haben wir das Prinzip der Symbolik welches Goethe auf dem Gebiet der Dichtung bestätigt in der Form die Goethe später wiederum vertreten hat, verstanden und es akzeptiert“ (1).

Die Verwendung von dämonischen Motiven in Kunstwerken hat auch klare historische, kulturelle, politische und soziale Gründe und daher kann man auch zwischen den Werken ‚Faust‘ und ‚Iblis‘ (Teufel) offensichtliche Parallelen feststellen. Da wir keine Möglichkeit haben, die charakteristischen Besonderheiten der Zeit in der beide Künstler gelebt und gearbeitet haben zu vergleichen, können wir uns begnügen indem wir folgendes feststellen: Man trifft auch in der heutigen Zeit auf Menschen die sich an den Dämon wenden, wenn Sie von Verzweiflung ergriffen sind und denken dass ihre Stimmen nicht bei Gott angekommen sind. Anders ausgedrückt, wenn dem Menschen das Unrecht das dem Menschen zugefügt wird unerträglich wird, der auf Gott ausgerichtete Glaube des Menschen abnimmt indem soziale Bedingungen ohne Geduld und Hoffnung entstehen, dann führt dies noch zur Beschleunigung dieses Bruchs. Wenn der Mensch die Hoffnung auf Gott abbricht, dann hält er die Zuwendung an den aus dem Zustand des Friedens vertriebenen gefallenen Engel den Satan, da er sich selbst auch als eine aus dem Zustand des Friedens vertriebene Existenz ansieht, für besser geeignet. Um die Rolle des Satans in den Werken der Dichter Goethe und H. Javid
verstehen zu können, kann uns das Verständnis der philosophischen Tendenzen der damaligen Zeit behilflich sein.

Natürlich wäre es falsch, die Ähnlichkeiten in den Werken der beiden Künstler mit dem gleichen Wesen ihrer philosophischen Ansichten zu begründen.

Wir sehen hier, dass es bei der Sache zwischen dem deutschen und dem aserbaidschanischen Genie im Ansatz grundlegende Unterschiede gibt. Wenn den Autor des "Faust" die Schwäche der Persönlichkeit gegenüber den dämonischen Kräften mehr beschäftigt, dann betont er damit seine Absicht den Hass gegen den existenten Dämon - Mefistofeles auf der existenten Grundlage der Tragödie des menschlichen Schicksals zu erwecken.

In dem Werk Iblis (Der Teufel) das beinahe hundert Jahre nach diesem Werk geschrieben wurde, hat natürlich die philosophische Idee der Welt, die Entwicklung der emotionalen Dramaturgie sowie das am Ende des XIX - dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts mit der Entwicklung der Wissenschaft der Welt und der Technik als Folge der Beschleunigung
des Prozesses der Globalisierung, den Autor nicht hauptsächlich das Problem der verschiedenen schuldigen Individuen beschäftigt, sondern die Menschheit im Allgemeinen die unter den Einfluss des Dämons gefallen ist und die daraus
möglicherweise entstehenden tragischen Folgen haben sein Denken schwerer geprägt.(2)

Vielleicht ist folglich Goethes Mefistofeles zu einem gewissen Grad nicht wie ein Bild der Kunst frei von grotesken Formen, sondern sogar in gewissem Sinne auch mit lustigen Formen ausgestattet. Zum Beispiel, in seiner ersten Zusammenkunft mit Faust sehen wir ihn als einen schwarzen Straßenhund; und um ihn herum sind all die schmutzigen Ungeziefer, Frösche und Ratten, die die Menschen verabscheuen. Mefistofeles redet die Schlange als „Meine Tante“ an. Als Folge begegnen wir den Obszönitäten und Beleidigungen des Faust. Er hat noch nicht einmal eine gute Meinung über sich selbst. Er hat einen Pferdefuß und verbirgt sein Hinken nicht, usw.(3)

Dagegen ist der Teufel von Javid ein ernsteres, würdevolleres symbolisches Geschöpf welches die Stärke und den Wert seiner eigenen Persönlichkeit kennt, meistens zu einem gewissen Grad progressiv in seiner Philosophie ist und darauf aufmerksam macht, dass einige Menschen dem Satan um ein vielfaches überlegen sind, indem er die menschlichen Gedanken geltend macht. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass Javids Teufel gemäß seinen eigenen spezifischen Linien von der im Orient entstandenen Philosophie des Dämonismus profitiert hat. So dass in einer Reihe von mittelalterlichen arabischen Quellen, der Teufel als Wesen das die Schirmherrschaft für Kunst und Musik übernimmt und das zur gleichen Zeit den anderen himmlischen Engeln an Schönheit und Erhabenheit nicht nachsteht, vorgestellt wird.(4)

Das bedeutet dass der Charakter des Iblis (Teufel) wie die neue Romantikära in Javids Werk ‚der Teufel‘ gegenüber seinem Vorgänger Mefistofeles in charakteristischer Weise wie ein poetisches Instrument im Hinblick auf die Lösung der noch ernsteren sozialen und globalen Probleme verschiedene Eigenschaften trägt, und das kann in der Regel in der Entwicklung der Weltliteratur über den Dämonismus als eine nach vorne gerichtete Tendenz bewertet werden.

1.
http://ru.wikipedia.org/wiki

2.
Die Werke des Hussein Javid,
5. Band, C3, „Lider-Verlag“: Baku 2005

3.
Johann Wolfgang von Goethe,
Faust, „Önder-Verlag“: Baku 2004

4. Bach: Abulfaraj Al-Isfahani, das Buch der Melodien, Moskau 1980 (in
russischer Sprache)

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