Kurzinhalt, Zusammenfassung "Geschwister Tanner" von Robert Walser

Der junge Taugenichts Simon Tanner bewirbt sich ohne jede Empfehlung um Arbeit bei einem Buchhändler. Die Offenheit des Knaben ist bestechend: er hat bisher leichtfertig in den Tag gelebt und es in keiner Anstellung lange ausgehalten. Der Buchhändler gibt ihm eine Chance und stellt ihn für eine Probezeit ein – nach deren Ablauf Simon tatsächlich schon genug hat und seines Weges zieht. Bei der Vermieterin Klara Agappaia findet er umgehend ein hübsches Zimmer für sich und seinen Bruder, den Maler Kaspar. Aus seinem nächsten Job als Advokat bei einer Bank wird er gleich am ersten Tag entlassen.

Simons Bruder Klaus Tannner hat es bis zum Doktor gebracht und geht mit seinen Geschwistern wegen deren arglosen Lebenswandels gelegentlich hart ins Gericht. Kasper zieht nach einem Streit in ein Städtchen aufs Land, um dort einen Tanzsaal zu bemalen. Simon hadert mit sich. Ihm wird sein eigenes Lotterleben zuviel. Er nimmt sich vor, im Winter etwas aktiver zu werden, doch daraus wird freilich nicht viel: Er mietet sich für die kalte Jahreszeit ein gemütliches Zimmer und verbringt die Zeit damit, seine Kindheitserinnerungen auf kleine Papierstreifen zu schreiben.

Simon besucht Kaspar auf dem Land, bewundert dessen Malerei und stellt sich vor, ebenfalls in dem netten Städtchen zu leben und von den Bewohnern ins Herz geschlossen zu werden. Er kommt jedoch in einem anderen Dorf bei seiner Schwester Hedwig unter, von der er sich eine Weile aushalten lässt. Von seinem Bruder Karl muss er sich deswegen Vorwürfe machen lassen.

Wieder in der Stadt nimmt Simon eine Anstellung als Hausdiener an. Die Arbeit liegt ihm zunächst, er ist zufrieden. Dann fühlt er sich im Angestelltenverhältnis wieder einmal eingeengt und provoziert absichtlich den Zorn der Hausherrin. Bald sitzt er erneut auf der Straße und muss sich mit einem Schreibjob mühselig über Wasser halten. In einem Kurhaus trifft er die Vorsteherin, die sich Simons Lebensgeschichte anhört und ihn zum Essen einlädt. Von der freundlichen Frau, die ihn davor behüten will, zu streng über sich selbst zu urteilen, lässt er sich am Ende des Romans in die Winternacht hinausbegleiten.