Gottfried Keller / Biographie

1875 legt er sein Amt als Staatsschreiber nieder, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Etwa ein Jahr später deutet er zum ersten Mal an, den Grünen Heinrich grundlegend umarbeiten zu wollen; 1879/80 erscheint die revidierte zweite Fassung im Stuttgarter Verlag Göschen. 1880 und 1881 vollendet er schließlich das Sinngedicht, an dem er bereits von 1853 bis 1857 gearbeitet hat; 1881 wird es in der Deutschen Rundschau veröffentlicht. Kellers letztes Werk, der Roman Martin Salander, entsteht in den Jahren 1885/86; auch er wird – noch im gleichen Jahr – in der Deutschen Rundschau veröffentlicht.

Abgesehen von wenigen Freundschaften – zu Adolf Exner, zu Wilhelm Petersen, zu Paul Heyse, später zu Arnold Böcklin und zu Theodor Storm, mit dem er brieflich verkehrt – vereinsamt Keller in seinen späten Jahren zunehmend. Er – "ein kleiner dicker Kerl, der abends 9 Uhr ins Wirtshaus und um Mitternacht zu Bett geht als alter Junggeselle" – führt mit seiner Schwester Regula ein eher abgeschiedenes Leben.

1888 stirbt die Schwester, zu Beginn des Jahres 1890 wird Keller bettlägrig. Nach sechsmonatiger Krankheit stirbt er am 15. Juli 1890 in Zürich.