Biographie Gustav Freytag

Gustav Freytag wird am 13. Juli 1816 im schlesischen Kreuzburg geboren. Nach Gymnasialjahren in Oels und dem Philologiestudium in Breslau bei Hoffmann von Fallersleben und in Berlin ist er bis 1847 Privatdozent in Breslau. In dieser Zeit entstehen die ersten Theaterstücke, 1844 Die Brautfahrt oder Kunz von den Rosen, 1847 Die Valentine.

Mit der Übernahme der Leipziger Zeitschrift 'Die Grenzboten' (1848), des bis zur Reichsgründung führenden Organs des National-Liberalismus, beginnt Freytags Karriere als Journalist. Hier wie auch später in der Zeitschrift 'Im neuen Reich' (1871–1873) vertritt er seine auf die Erziehung des Publikums im nationalliberalen Sinne zielenden Ansichten, wendet sich gegen philiströs-restaurative Enge, gegen Kleinstaaterei und verficht die Idee eines kleindeutschen Einheitsstaates unter Führung Preußens. Freytag wird so zum Inbegriff des deutschen Liberalen.

Eine konsequente Fortsetzung seines journalistischen Wirkens stellt die Zeit von 1867 bis 1870 dar: als Abgeordneter im Reichstag des Norddeutschen Bundes vertritt er einen thüringischen Wahlkreis; von der Politik Bismarcks enttäuscht, zieht er sich aber bald aus dem politischen Leben zurück.

Als Berichterstatter im Hauptquartier des preußischen Kronprinzen nimmt er 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teil.

Den ersten literarischen Erfolg erzielt er mit dem Lustspiel Die Journalisten (1853), 1855 schließlich erscheint der Roman Soll und Haben, der schnell eine große Verbreitung erreicht. Nicht zuletzt durch diesen Roman wird Freytag in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum meistgelesenen Autor in Deutschland.

1859 bis 1867 kommen die fünfbändigen Bilder aus der deutschen Vergangenheit heraus, ein noch heute kulturgeschichtlich informatives, fundiertes Werk mit einer Fülle von Zeugnissen zur deutschen Geschichte.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der u. a. das Lied der Deutschen verfaßte
Die Journalisten
'Die Journalisten'.
Szenenbild einer Aufführung in Berlin von 1853