Kurzinhalt, Zusammenfassung: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam

In Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam berichtet Stefan Zweig über Leben und Werk der Titelfigur, den Humanisten und Zeitgenossen Martin Luthers. Sie ist eine von mehreren Biographien, die Zweig historischen Persönlichkeiten widmet.

‚Sendung und Lebenssinn’ der Persönlichkeit des Niederländers Erasmus’ werden einleitend zur Biographie dargestellt. Als Besonderheit von dessen Charakter stellt Zweig heraus, „dass er unter allen Schreibenden und Schaffenden des Abendlandes der erste bewusste Europäer gewesen sei, der erste streitbare Friedensfreund“ und er betont Erasmus’ immerwährende Ablehnung jeglicher Form von Fanatismus. Es ist eine Folge dieser Charaktereigenschaft, dass er nicht zu einer schillernden Figur der Geistesgeschichte wird, so Zweig – ganz im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Luther.

Bevor Zweig zur Figur Erasmus zurückkehrt, schildert er die Zeit um die Wende vom fünfzehnten zum sechzehnten Jahrhundert, in der Erfindungen und Entdeckungen eine Veränderung des Weltbildes mit sich bringen: Das Mittelalter endet mit der Entdeckung Amerikas, der Weltumsegelung und mit fundamentalen sozialen Umstrukturierungen. Die Alleinherrschaft der Kirche schwindet und die Wissenschaft beginnt, eine gleichberechtigtere Rolle zu spielen. In diese Zeit wird Erasmus 1466 hineingeboren. Als uneheliches Kind, das die Eltern früh verliert, wird er in ein Kloster geschickt; 1492 empfängt er die Priesterweihe. Zweig hebt den „inneren Unabhängigkeitszwang“ hervor, der sich in Erasmus’ Bindungslosigkeit zeigt und der zeitlebens bestimmend für seine Existenz bleibt.

Das Stipendium für seine Promotion in Theologie nutzt Erasmus zunächst, um in Europa zu reisen. Als dies unmöglich wird, entflieht er dem Kloster und wird Hauslehrer in Paris. Im Alter von dreißig Jahren reist er nach England, zeigt sich begeistert von der dort gepflegten Geisteskultur, kehrt aber dennoch zurück. „Von nun ab ist seine Liebe überall dort, wo Wissen und Kultur, wo Bildung und Buch herrschen; nicht Länder und Flüsse und Meere teilen für ihn mehr den Kosmos ab,“ so Zweig. Der Biograph lobt den literarischen Stil und die universelle Bildung des Humanisten. In einem gesonderten Kapitel berichtet er über die erhaltenen Bildnisse, die Erasmus als körperlich schwache Gestalt präsentieren.