Theodor Storm / Biographie

Die Leiden an der unerfüllten Liebe zu Do fanden Ausdruck in Storms Lyrik – »die Hälfte meiner Poesie gehörte ihr«, schrieb er 1866 an Ludwig Pietsch. Ein Buch der roten Rosen und das Mysterium, beide 1848 entstanden, zeugen davon.

Politische Ereignisse bestimmten die nächsten Jahre seines Lebens. Storm, infolge der damaligen politischen Konstellationen als Däne geboren, hatte sich bereits 1840 in Kiel der schleswig-holsteinischen Volksbewegung gegen die dänische Vorherrschaft angeschlossen. Auch nach dem Friedensschluß von 1850 zwischen Preußen, Österreich und Dänemark, durch den Schleswig und Holstein dem dänischen Staat einverleibt wurden, war seine Haltung unversöhnlich, so daß ihm der dänische Staat die Advokatur entzog.

Storm emigrierte 1853 nach Berlin, wo ihm, nun weitgehend mittellos und auf die Unterstützung des Vaters angewiesen, nach langem Antichambrieren eine unbezahlte Anstellung am Kreisgericht in Potsdam zugewiesen wurde. Daß er angesichts der trostlosen finanziellen und beruflichen Verhältnisse seine literarischen Arbeiten nicht gänzlich vernachlässigte, verdankte er dem literarischen Verein Tunnel über der Spree in Berlin. Dort lernte er u. a. Theodor Fontane, Paul Heyse, Adolph von Menzel, Franz Kugler und selbst den alten Eichendorff kennen.

Erst 1856 sollte sich seine materielle Situation bessern. Er wurde zum Kreisrichter ernannt und fand die lange gewünschte ,definitive Anstellung' in Heiligenstadt.

Die Arbeit ließ ihm nun genügend Zeit für sein dichterisches Schaffen, wobei die Novellistik mehr und mehr in den Vordergrund trat. Nachdem bereits 1849 Immensee entstanden war, erschienen während der Heiligenstädter Zeit Auf dem Staatshof (1857/58), Späte Rosen (1859), Drüben am Markt (1860), Veronica (1861), Im Schloß (1861), Auf der Universität (1862), Von jenseits des Meeres (1863/64) und seine Gespenstergeschichten Am Kamin (1861).

1864 marschierten preußische und österreichische Truppen in Schleswig ein. Im Friedensvertrag von Wien trat draufhin Dänemark alle Rechte auf Schleswig und Holstein an die beiden deutschen Mächte ab. In einer spontanen Versammlung von Husumer Bürgern wurde der dänische Landvogt abgesetzt und Storm zum neuen Landvogt ausgerufen. Im März 1864 kehrte Storm nach Husum zurück.

Bis 1880 blieb er dort, übte zunächst das Amt des Landvogts aus und war ab 1867, im Zuge der Verwaltungsreform, nachdem Schleswig-Holstein von Preußen annektiert worden war, Amtsrichter.