Johann Wolfgang Goethe / Biographie

Goethes letztes Lebensjahrzehnt ist erfüllt von der Arbeit an Wilhelm Meisters Wanderjahren, der Italienischen Reise, dem Gedichtzyklus Urworte, Orphisch, seiner Autobiographie Dichtung und Wahrheit, vor allem aber an Faust, der Tragödie zweiter Teil, den er 1831 abschließt, gleichsam sein poetisches Vermächtnis. "Mein ferneres Leben", sagte er zu Eckermann, "kann ich nunmehr als reines Geschenk ansehen, und es ist jetzt im Grunde ganz einerlei, ob und was ich noch etwa tue." Am 22. März 1832 stirbt er im 83. Lebensjahr.

Nachdem schon seit 1827 seine Werke in einer vollständigen Ausgabe letzter Hand in vierzig Bänden erschienen sind, werden nach seinem Tod von 1832 bis 1842 noch zwanzig Bände Nachgelassene Werke ediert. Ein gewaltiges, in der Qualität unterschiedliches und an Widersprüchen reiches Œuvre. In ihm spiegelt sich eine große Persönlichkeit, deren tiefere Problematik nur aus den Zeitumständen adäquat verstehbar wird. So ist dieses Werk zugleich Spiegelbild einer Epoche, die in ihrem inneren Widerspruch die vielleicht fruchtbarste und folgenreichste der deutschen Geistesgeschichte ist.