Franz Kafka / Biographie

Diesen in jeder Zeile lustvoll-geistreichen Text über das aberwitzige Verhältnis zwischen Kunst, Künstler und Publikum hat ein sterbenskranker Dichter verfasst, dessen Lebenswerk zum Großteil aus unveröffentlichten Roman-Fragmenten und Erzählungen besteht, die er sämtlich durch Max Brod verbrennen lassen wollte; ein Wunsch, dem sich Brod allerdings widersetzt.

Für die letzten, äußerlich noch um vieles glanzloserenMonate seines Lebens findet Kafka in dem ostjüdischen Mädchen Dora Diamant eine Gefährtin, die sich vorbehaltlos um seine Bedürfnisse kümmert und ihn zur Ruhe kommen lässt. Kafka verwirklicht endlich seinen Traum, Prag zu verlassen: Die beiden mieten eine kleine Wohnung im Berliner Stadtteil Steglitz, leben von der Hand in den Mund und schmieden Pläne. Mit Dora studiert Kafka die Tora und den Talmud, und beide träumen davon, in Tel Aviv ein kleines Restaurant zu eröffnen: Die in häuslichen Dingen unerfahrene Dora sollte in der Küche stehen, der linkische, lungenkranke Kafka die Gäste bedienen. Daraus wird jedoch nichts. Nicht zuletzt aufgrund der schlechten Ernährung im Inflationswinter verschlechtert sich Kafkas Gesundheitszustand rapide. Er wird in ein Sanatorium gebracht, ohne dass deswegen jedoch die leiseste Hoffnung auf Genesung bestanden hätte.

In den letzten Wochen vor seinem Tod kann Kafka oft weder Nahrung aufnehmen noch sprechen. Er führt Konversationshefte, liest Korrekturfahnen für seine letzte Publikation (Ein Hungerkünstler) und beobachtet den Fortgang der Krankheit. Am 3. Juni 1924 schließlich stirbt Franz Kafka, kurz vor seinem 41. Geburtstag.