Kurzinhalt, Zusammenfassung: Schach von Wuthenow

Berlin im Jahre 1806: Der Rittmeister Schach von Wuthenow verkehrt seit längerem im Hause der Witwe Carayon und ihrer Tochter Victoire. Bei einer Landpartie verliebt sich Victoire in Schach, glaubt jedoch, da sie durch Blatternarben entstellt ist, keinen Anspruch auf den schönen und eitlen Offizier zu haben.

Eines Tages trifft Schach sie bei einem Besuch allein zu Hause an. Victoire ist fiebrig und erregt, Schach lässt sich hinreißen und es kommt zu einer flüchtigen sexuellen Vereinigung. In der folgenden Zeit vermeidet Schach eine neue Begegnung. Als Victoire ihrer Mutter ihre Schwangerschaft eingesteht, fordert diese Schach unmissverständlich auf, ihre Tochter zu heiraten. Schach ist von dieser Zukunftsperspektive zutiefst erschrocken, weil er seinen gesamten Lebensplan dadurch umgestoßen sieht. Doch er entschließt sich, die Konsequenzen seines Fehltritts auf sich zu nehmen, und verspricht die Heirat.

Kurz darauf bekommt Schach in einem anonymen Brief Karikaturen zugeschickt, die er auch bald in einem Schaufenster sieht. Sie stellen in boshafter Überzeichnung sein Verhältnis zu Victoire dar. Schach empfindet den Angriff als derart unerträglich, dass er Berlin verlässt und sich auf sein Landgut zurückzieht. Dort fasst er nach einigem Schwanken den Entschluss, die Ehe um jeden Preis zu vermeiden. Frau von Carayon ist über den Rückzug Schachs empört und interveniert beim König, der ihrer Bitte entspricht und Schach ultimativ an seine Pflicht erinnert. Schach, der inzwischen entschlossen ist, sich der Situation durch Suizid zu entziehen, entschuldigt sich bei den Carayons und bekundet seine Bereitschaft zur Heirat. Das Hochzeitsfest verläuft scheinbar fröhlich und unbeschwert. Nach seinem Abschied von Victoire erschießt sich Schach in seiner Kutsche.

Ein knappes Jahr später schreibt Victoire von Carayon aus Rom an ihre Freundin Lisette einen Brief, in dem sie ein wohlwollendes Urteil über Schachs Persönlichkeit fällt. Sie berichtet, dass ihr Kind krank gewesen und, wie sie glaubt, durch die Hilfe einer Bambino-Figur gerettet worden sei, die im (katholischen) Gotteshaus Araceli kultische Verehrung genießt. Victoire ist glücklich und von tiefer Dankbarkeit erfüllt.