Friedrich Hölderlin / Biographie

Hölderlin trauert. Er macht sich schwere Vorwürfe, glaubt sich – aufgrund der Trennung – mitschuldig am Tod Susettes, ist melancholisch und teilnahmslos gegenüber seiner Umwelt, zugleich stürzt er sich in Arbeit, übersetzt Sophokles und Pindar, "den ganzen Tag und die halbe Nacht."
Sinclair schließlich gelingt es, ihn aus dem Haus der Mutter loszureißen. Über Stuttgart fahren sie im Juni 1804 nach Homburg, wo Hölderlin zum Hofbibliothekar ernannt wird. Hölderlins Gehalt zahlt Sinclair.

Im Februar 1805 wird Sinclair auf Antrag des Kurfürsten von Württemberg verhaftet. Gemeinsam mit Baz, Seckendorff und anderen wird gegen ihn ein Hochverratsprozess angestrengt. Die Ermittlungen gegen Hölderlin werden eingestellt, nachdem ein Gutachten des Homburger Arztes Müller Hölderlin Raserei attestiert.

Die Beziehung zu Sinclair, der mittlerweile zwar freigelassen, jedoch keineswegs entlastet ist, verschlechtert sich. Im August 1806 schreibt er Hölderlins Mutter, sie solle ihren Sohn, für den er nicht mehr sorgen könne, "entfernen." Am 11. September wird Hölderlin mit Gewalt von Homburg nach Tübingen geschafft, wo man ihn in das Authenriethsche Klinikum einliefert. Spätestens ab diesen Zeitpunkt gilt Hölderlin als wahnsinnig.

Nach sieben Monaten, die er in der Klinik verbringt, wird er, nachdem sich sein Zustand beruhigt hat, dem Schreinermeister Zimmer anvertraut. Von nun an wohnt Hölderlin, dem die Ärzte noch "höchstens drei Jahre" zu leben voraussagen, in Zimmers Haus am Neckar, im Turm, 35 Jahre lang.

Von den zahlreichen Gedichten, die in der ersten Zeit noch entstehen, sind die meisten verlorengegangen. Etwa fünfzig Gedichte aus den späteren Jahren sind überliefert. Hölderlin zieht sich zurück, in eine Stille, in der er seine Liebe und seinen Schmerz bewahrt. Am 7. Juni 1843 stirbt er, 73 Jahre alt.