Kurzinhalt, Zusammenfassung: Irrungen, Wirrungen

Die junge Lene Nimptsch, ein Mädchen aus der Arbeiterschicht, unternimmt mit einer Freundin und deren halbwüchsigem Bruder eine Kahnfahrt auf dem Stralauer See. Durch die mangelhaften Ruderkünste des Jungen kommt es fast zu einem Zusammenstoß mit einem Linienschiff; zwei Herren, die mit ihrem Boot in der Nähe sind, retteten die drei in letzter Minute. Einer dieser Herren ist der junge Baron Botho von Rienäcker, der Lene seitdem regelmäßige Besuche abstattet. Lene wohnt mit ihrer alten Mutter in einem kleinen Häuschen auf dem Gelände einer Gärtnerei, die dem Ehepaar Dörr gehört. Sie ist sich über die gesellschaftliche Unmöglichkeit dieser Beziehung im Klaren, auch wenn Botho diesem Thema ausweicht.

Bothos Onkel Kurt Anton bestellt ihn zu einer Unterredung, die trotz ihres freundschaftlichen Charakters die Macht der Verhältnisse deutlich werden lässt. Botho ist nämlich seiner reichen Kusine Käthe von Sellenthin so gut wie versprochen, und abgesehen von dem Affront, den ein Bruch dieses Heiratsversprechens bedeuten würde, lässt seine finanzielle Situation das auch gar nicht zu: Botho würde schlicht verarmen, wenn er die reiche Käthe nicht heiratet.

Botho versucht, der Notwendigkeit auszuweichen, und erzählt Lene nichts von seinen Problemen. Sie unternehmen gemeinsam mit der Gärtnersfrau Dörr einen Spaziergang und machen einige Tage später zu zweit einen Ausflug nach einem Gasthaus außerhalb der Stadt. Dort verbringen sie ihre einzige gemeinsame Nacht. Am nächsten Tag begegnen sie drei Kameraden Bothos, die mit ihren Mätressen eine Landpartie machen. Die Zweisamkeit ist empfindlich gestört, und sie treten betrübt die Heimfahrt an. Am nächsten Tag erhält Botho einen Brief seiner Mutter, der ihm die Unaufschiebbarkeit der Heirat mit seiner Kusine vor Augen führt. Am nächsten Tag nimmt Botho Abschied von Lene.

Einige Wochen später heiratet Botho Käthe von Sellenthin. Die Ehe verläuft zwar äußerlich harmonisch, doch Botho kann sich mit der Albernheit seiner jungen Frau nicht recht abfinden. Als Lene Botho zufällig auf der Straße sieht, fasst sie den Entschluß, mit ihrer alten Mutter in ein anderes Stadtviertel zu ziehen. Dreieinhalb Jahre später stirbt die Mutter. Botho erhält Besuch von einem Herrn namens Gideon Franke, der beabsichtigt, Lene zu heiraten, und sich daher nach der Art ihres Verhältnisses mit Botho erkundigen will. Botho gibt ihm bereitwillig Auskunft, und Gideon Franke zieht beruhigt ab. Botho, der erst jetzt erfahren hat, dass die alte Frau Nimptsch gestorben ist, fährt zum Friedhof und legt einen Kranz auf ihr Grab. Als Käthe wenig später von ihrer Kur zurückkommt, findet sie eines Tages in der Zeitung die Heiratsanzeige von Lene Nimptsch und Gideon Franke. Wie es ihre Art ist, amüsiert sie sich über die seltsam klingenden Namen, ohne aber Bothos innere Bewegtheit zu bemerken.